disulfiram
 
  •   Disulfiram Informationsblatt

ALKOHOLSUCHT UND DISULFIRAM. GESCHICHTE

Alkoholsucht gilt als schwer therapierbar. Nur 6 bis 20 Prozent der Abhängigen sind Schätzungen zufolge zwei Jahre nach einer Therapie noch abstinent.[1] Das Disulfiram Behandlungskonzept erreicht dagegen einigen Studien zufolge auch noch sieben Jahre nach Therapieende eine Abstinenzrate von über 50 Prozent.[2]

Disulfiram ist in vielen Ländern weit verbreitet, besonders in GUS-Ländern, Amerika, Großbritannien und Frankreich. Viele sowjetische Wissenschaftler, bekannte Sänger und ranghohe Militärs ließen sich noch in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts Disulfiram implantieren.[3]

In den USA wurde Disulfiram in den 50er Jahren zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit eingeführt. Seit dem 19. Jahrhundert war die Substanz zur Beschleunigung der Produktion von Kautschuk eingesetzt worden. Noch 1937 wurde festgestellt, dass Arbeiter, die Disulfiram ausgesetzt waren, nach Alkoholgenuss unangenehme körperliche Symptome aufwiesen und viele sich in der Folge entschlossen, ganz abstinent zu bleiben.[4]

WIRKUNG VON DISULFIRAM. IMPLANTIERUNG

Disulfiram, bekannt auch als Antabuse, blockiert die Oxidation von Spiritus. Während des Spiritusmetabolismus nach Disulfiram Einlass, kann die Konzentration des Acetaldehyds im Blut 5 bis 10 mal höher sein, als während des Metabolismus der gleichen Menge vom Alkohol allein.

Der nach Alkoholgenuss steigende Azetaldehydspiegel ruft eine Unverträglichkeit mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Tachykardie, Atmungsschwierigkeit, Blutdruckabfall und Schwindel hervor, die Entwöhnungswillige vom Trinken abhalten.[5]

Langfristige Einnahme von Disulfiram ist praktisch unmöglich – in den meisten Fällen verzichtet man in der Remissionsperiode auf die tägliche Einnahme.

Aus diesem Grund lag die Entwicklung von Disulfiram Implantaten nahe. Dabei werden 10 Disulfiram-Implantationstabletten zu 100 mg unter die Bauchhaut eingepflanzt. Die Wirkung dieser Dosis soll bis einem Jahr vorhalten.

Vergleicht man Disulfiram mit den anderen Wirkstoffen zur Behandlung von Alkoholismus, und zwar mit Naltrexon und Acamprosat, und hat man besonders die Behandlungskosten im Hinterkopf, sieht man deutlich, dass Disulfiram trotz seines “fortgeschrittenen Alters“ in vielen Fällen praktisch alternativlos ist.

DISULFIRAM IN DEUTSCHLAND

Disulfiram (Bis-N,N-diethyldithiocarbamoyl-disulfid) ist seit über 50 Jahren in Deutschland zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit zugelassen. 2005 wurden 1,1 Mio. Tagesdosen von Ärzten verordnet.[6]

In vielen in Deutschland durchgeführten Studien wurden mehrere Alkoholabhängige untersucht und einer Disulfiram Behandlung unterzogen. In einer Studie an der Uniklinik Heidelberg hatten viele eine signifikant längere Abhängigkeitsdauer, tranken vor Therapiebeginn größere Menge Alkohol pro Tag und hatten zum Behandlungsbeginn bereits viele gescheiterte Alkoholentzugsbehandlungen, Langzeittherapien und rückfallprophylaktische Therapien absolviert. Disulfiram zeigte dabei einen guten Therapieverlauf und Wirksamkeit.[7]

In den letzten 10 Jahren scheint in den Fachkreisen ein erneutes Interesse an Disulfiram aufgekommen zu sein. Dies ist wohl auch auf eine zunehmende Zahl von publizierten positiven Behandlungsergebnissen im Rahmen multimodaler Behandlungsprogramme mit Disulfiram zurückzuführen.[8]

Leider wurde im März 2011 die Löschung der Arzneimittel-Zulassung des Präparates Antabus (Disulfiram) durch die Firma Nycomed Deutschland GmbH in 78467 Konstanz zu Ende April 2011 bekanntgegeben.

Diese Löschung erfolgte in Absprache mit dem BfArM und nach Angabe von Nycomed nicht aus klinischen oder pharmakologischen Gründen, sondern aufgrund technologischer Schwierigkeiten bei der Herstellung der Dispergetten.[9]
Daher werden keine Disulfiram Implantierungen in Deutschland mehr durchgeführt. Wir laden Sie dazu in Riga (Lettland) ein.

RESÜMEE

Als Resümee lässt sich für die Praxis folgendes formulieren: Mit Disulfiram steht ein wirksames und zugleich gut verträgliches Medikament für die Behandlung der Alkoholabhängigkeit zur Verfügung, welches sowohl in Studien, als auch in vorhandener Literatur der Behandlung mit Acamprosat und anderen Medikamenten überlegen ist. [7]

ÜBER UNS

Das Hippokrates Zentrum bietet Ihnen eine effektive Behandlung bei Alkoholabhängigkeit in einer zertifizierten Privatklinik. Schnell und wirkungsvoll, in nur vier Tagen, wird eine vollständige Entgiftung des Körpers unter intensivmedizinischer Begleitung durchgeführt. Danach setzen wir ein Implantat unter die Haut des Patienten, das den Wirkstoff Disulfiram für die Dauer von einem Jahr freisetzt. Sie beginnen ein neues, alkoholfreies Leben.
Sie können uns telefonisch, sowie per E-Mail kontaktieren.

+49 (0)221 9753416
+49 (0)179 3217258
info@hippokrates-zentrum.de

Hippokrates Zentrum
Große Budengasse 10
50667 Köln

QUELLEN:

1.http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/alkohol-therapie-dauerhaft-trocken-bleiben-562824.html
2.http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/medizin/article402765/Mit-Medikamenten-aus-dem-Teufelskreis.html
3.http://nodrink.ru/methods/vshivanie-jesperal/
4.http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2010/2010-34/2010-34-345.PDF
5.http://www.biereetsante.be/index.php/articles/de/cid=17/aid=1465/
6.http://www.gtfch.org/tk/tk75_2/Bakdash.pdf
7.http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2010/11396/pdf/diss10_121.pdf
8.http://www.cra-kongress.de/kongress/2-programmtag-freitag-18-maerz/antabus-eine-unentbehrliche-option/
9.http://www.cra-kongress.de/fileadmin/Informationen/Mai_2011_-_Aktuelle_Informationen_zu_Disulfiram__Antabus_.pdf