disulfiram
 

Die Grundidee

hinter der Behandlung bilden s.g. averssive Techniken, um eine starke Abneigung gegen Alkohol zu verursachen. Selbst kleinste Alkoholmengen rufen eine starke, negative Reaktion des Körpers hervor, die eine anhaltende Motivation schafft, kein Alkohol mehr zu trinken. So wird der starke Anreiz für das alkoholfreie Leben geschaffen.

Die Behandlung erfolgt in zwei Phasen: Entgiftung und die Implantation von Disulfiram.

1. Entgiftung

Nach Ihrer Ankunft in der Klinik und der erforderlichen Untersuchungen beginnen Entgiftung – der Prozess der Neutralisierung und Beseitigung von Giftstoffen in Ihrem Körper. Das bedeutet, dass Ihr Körper von Alkoholresten befreit wird. Das dauert in der Regel 2-3 Tage, je nach dem Zustand und Untersuchungsergebnissen.

Da Entgiftung zu einem sehr unangenehmen Stadium der Behandlung der Alkoholabhängigkeit werden kann (möglich sind zum Beispiel Entzugserscheinungen wie Kater, Depressionen, Angst, Reizbarkeit, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche), geben unsere Experten ihr Bestes, um den Entgiftungsprozess so angenehm wie es nur möglich für Sie zu gestalten. Es wird immer ein individueller Plan entwickelt, aufgrund der körperlichen und geistigen Eigenschaften des Patienten.

In diesem Stadium wird eine ganze Reihe von Methoden angewendet – Katerlinderung mit Hilfe spezieller Präparate, Behandlung von Schlafstörungen, intravenöser Vitaminentropf, spezielle Vorbereitungen für die Ausscheidung von Alkohol. Das Ganze hat als Ziel das Gleichgewicht der Elektrolyte herzustellen, und vieles mehr, was den Patienten auf die Implantation vorbereitet.

Nach der Körperentgiftung kommt die 2. Phase der Behandlung – Implantation von Disulfiram.

2. Implantation von Disulfiram

Was ist Disulfiram?

Disulfiram (auch als Antabuse oder esperal teturam bekannt) ist ein Medikament das im Körper Verzögerungen beim Alkoholabbau verursacht. In diesen Prozess des Alkoholabbaus greift das Medikament ein und verhindert den letzten Schritt zur Umwandlung in die Essigsäure durch Blockade des Enzyms Aldehyddehydrogenase. Die Folge ist, dass hierdurch der Alkohol nur unvollständig abgebaut wird und sich der Acetaldehyd anreichert. Dies bewirkt eine Art Vergiftung, die s.g. Aldehydvergiftung. Sobald Alkohol selbst in geringen Dosen eingenommen wird, entstehen eine starke und unangenehme Unverträglichkeitsreaktion. So versteht der Patient, dass der Alkoholkonsum gefährlich für seine Gesundheit ist, und dies auch von einigen sehr unangenehmen Symptomen begleitet wird.

Was bedeutet die Implantation von Disulfiram?

Das Implantat besteht aus 10 Disulfiram Tabletten, bedeckt mit einem speziellen Umschlag und versiegelt in einem Fläschchen. Mit einem kleinen Hautschnitt von ca. 1,5 cm wird Disulfiram Implantat in die Bauchdecke implantiert. Die gesamte OP dauert etwa eine halbe Stunde Zeit. Eingeführt löst sich Disulfiram langsam im Blut auf und sichert eine ausreichende Konzentration von Disulfiram im Körper für die nächsten 9-12 Monaten. Dieses Verfahren wird oft auch als “Kodierung” (Alkoholkodierung) bezeichnet.

Der offensichtliche Vorteil der Disulfiram Implantierung ist die Unmöglichkeit das Implantat loszuwerden. Den Studien zufolge, ist Implantation sehr wirksam bei der Behandlung von Alkoholsucht und sorgt für eine lange Pause ohne Alkohol. Dies ermöglicht dem Patienten, sich dem alkoholfreien Leben anzupassen.

Die Implantation von Disulfiram ist besonders effektiv in fortgeschrittenen Stadien des Alkoholismus. Langzeitergebnisse sind aber auch stark von der Bereitschaft des Patienten abhängig, ohne Alkohol zu leben.

Passt mir diese Behandlungsmethode?

Kodierung von Alkoholabhängigkeit mit medizinischen Mitteln sollte nur verwendet werden, wenn der Patient sich der Gefahr bewusst ist und mögliche Schäden für den Körper im Falle von Alkoholkonsum nach dem Eingriff versteht. Eine Implantierung kann und sollte als zusätzlicher Mechanismus bei der Behandlung dienen. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass diese Methode der Behandlung die richtige für Sie ist. Wir empfehlen ausdrücklich, dass Sie es vorerst mit Ihrem Arzt besprechen.